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musikalische Traditionen

Radiosendungen mitschneiden und bearbeiten

| 1 Kommentar

„Ja, wie soll ich des denn aufnehma, mir homm doch bloß nu an CD-Player,“ höre ich soundsooft, wenn ich Hörern oder Hörerinnen der Volksmusik-Sendung im Bayerischen Rundfunk rate, sich ein Lieblingslied, das nicht auf CD oder mp3-Datei erhältlich ist, als Wunschlied zu bestellen und für den privaten Gebrauch mitzuschneiden.1

Weltfunk CR 2011 (2)In meiner Jugend war das ganz leicht, Kassettenrekorder waren der letzte Schrei! Von meinem ersten selbstverdienten Geld bei der Inventur einer Buchhandlung hatte ich mir einen gekauft. Der sah so ähnlich aus, wie der auf dem Foto.

Was heute per drag-and-drop mit mp3-Files geht, machten wir mühsam in Echtzeit: Songs kopieren – von Schallplatte auf Musikkassette. Später gabs auch Doppeldecks zum einfacheren Überspielen von Kassette auf Kassette.

Mein Rekorder hatte außerdem ein eingebautes Radio. Damit konnte man wunderbar von Hörfunksendungen aufnehmen. Mit dem Siegeszug der CD verschwand das Gerät aus den Küchen und Wohnzimmern und damit auch die Möglichkeit, per Knopfdruck eine Sendung oder auch nur einen einzelnen Musiktitel mitzuschneiden. Im Internet geht das aber natürlich schon – falls der Sender sein Programm hier streamt.

Phonostar-Player

Radio hören im Internet, da gibt es viele Möglichkeiten. Für eine der elegantesten halte ich das Angebot von phonostar. Mehr als 7.000 Radiosender bietet die Plattform nach eigenen Worten. Die kann man entweder direkt auf phonostar.de hören oder aber aufnehmen. Zu letzterem muss allerdings die Software Phonostar-Player heruntergeladen werden, die momentan in der Version 3.0 vorliegt. In der kostenlosen Basisversion läuft beim Start der Software erst mal ein kurzer Werbeclip ab. Danach ist der Service fast werbefrei, lediglich im unteren Bildschirmteil wird ein kleines Werbefenster angezeigt.

Für einen einmaligen Betrag gibt es die PLUS-Version mit den Vorteilen Werbefreiheit, integriertem Equalizer, Pausen-Funktion, parallelem Aufnehmen mehrerer Sendungen und der Möglichkeit eine evtl. zu lange Sendung in mehreren Teilen aufzunehmen. Wer das nicht unbedingt braucht, ist mit der Basisversion durchaus gut bedient.

Senderauswahl im Phonostar

Mit dem Phonostar-Player kann das laufende Programm direkt live mitgeschnitten werden, es ist aber auch möglich, im Voraus Sendungen zu programmieren. Natürlich sollte der Rechner zum Zeitpunkt der Aufnahme auch angeschaltet und online sein, aber es muss eben niemand daneben sitzen. Der Mitschnitt liegt dann in einem vorher festgelegten Ordner auf der Festplatte entweder als wav- oder als mp3-Datei vor und kann auf entsprechende Player, Sticks oder Kärtchen kopiert und bei nächster Gelegenheit angehört werden. Mit der entsprechenden Software kann das File natürlich auch nachbearbeitet werden, also evtl. vorne und hinten geputzt oder auch Teile herausgeschnitten werden.

mp3directcut

Für mp3-Format verwende ich dafür den Audioeditor mp3directcut. Er hat den Vorteil, dass er die Daten beim Bearbeiten im mp3-Format belässt. Es ist also kein Umwandeln und Encodieren mit entsprechenden Datenverlusten nötig. Wie’s genau geht, wird hier in einem kurzen Video beschrieben.

Das Schöne ist: Auch eine Aufnahmefunktion ist enthalten. Wer nicht den Phonostar-Player benutzt, sondern einfach nur eine gestreamte Sendung mitschneiden will oder irgendein anderes Audio-Signal,2 hat damit ein entsprechendes Werkzeug.Lame Fenster

Allerdings muss dafür der Encoder lame_enc.dll im Programmordner vorhanden sein. Den gibts z.B. hier zum Download. Vor der ersten Aufnahme muss mit der Taste F12 im Fenster das entsprechende Häkchen gesetzt werden.

 

Audacity

Audacity-LogoWer mit wav-Dateien arbeiten will, dem sei die Freeware Audacity empfohlen, ein umfangreiches Programm für die Aufnahme und Bearbeitung von Tönen. Es gibt eine Menge Anleitungs-Videos dazu und ein deutsches Forum für alle weiteren Fragen.

Mit diesen Hilfsmitteln sollte der Wunschlied-Mitschnitt nun kein Problem mehr darstellen.

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  1. Das ist durchaus legal, solange die Aufnahme nicht etwa in einer Tauschbörse weitergegeben oder kommerziell verwertet wird, Näheres z.B. bei Netzwelt []
  2. z.B. die nachträgliche Sendeschleife der fränkischen Bayern1-Volksmusik, die wegen der regionalen Ausstrahlung ansonsten nicht im Online-Angebot des BR zu hören ist. []

Autor: Steffi Zachmeier

Die Nürnbergerin Steffi Zachmeier ist mit den fränkischen Melodien aufgewachsen und seit ihrer Kindheit auf Bühnen zu finden. Mit ihren verschiedenen Musikgruppen setzt sie auf einen unkomplizierten und dennoch stilsicheren Umgang mit fränkischen Traditionen. Die Mitherausgeberin von Notenmaterial und Liederbüchern war über 30 Jahre in den Volksmusiksendungen des Bayerischen Rundfunks als Moderatorin zu hören, mit ihren Texten in Nürnberger Mundart bekommt manche Veranstaltung eine eigene Würze. Von der Bayerischen Musikakademie in Hammelburg wurde Steffi Zachmeier beim Fränkischen Liedermacher-Wettbewerb ausgezeichnet, vom Frankenbund im Jahr 2009 mit dem jährlich vergebenen Kulturpreis und 2016 mit dem Frankenwürfel der drei fränkischen Bezirke.

Ein Kommentar

  1. Mitschneiden, oder herunterladen?
    —————————————————–

    Das Mitschneiden, z. B. mit dem Phonostar-Player ergibt zum Teil heftige Qualitätsverluste, da hierbei mehrere Umwandlungsstufen stattfinden. Die erste Umwandlung des digitalen Audio-Streams erfolgt in ein Analogsignal. Da ergeben sich die ersten Qualitätsverluste. Danach geht es über die Soundkarte des Rechners, dabei ergeben sich weitere Qualitätsverluste. Der (z. B.) Phonostar-Player nimmt dann über die Soundkarte das Analogsignal auf und komprimiert es in eine mp3-Datei, dabei ergeben sich weitere Qualitätsverluste…

    Man kann viele Audio-Streams auch direkt runter laden, wenn man deren genaue Internetadresse kennt 🙂

    Z. B. die nachträgliche Sendeschleife der fränkischen Bayern1-Volksmusik:
    ———————————————————————————

    Dazu gibt man im Browser folgende Adresse ein (Beispiel mit dem Firefox-Browser!!!):

    http://metafiles.gl-systemhaus.de/br/bayern1_volksmusik-aus-franken.m3u

    Dann geht ein Fensterchen (Downloadfenster) auf in dem man gefragt wird, ob man eine m3u-Datei öffnen, oder speichern will – die Datei nicht öffnen, sondern speichern!

    Man merke sich den Ort, wo sie gespeichert wird!!!

    Es ist eine ganz kleine Datei. Wenn man sie normal (mittels Doppelklick) öffnete, würde der damit verknüpfte Player den Stream abspielen… Öffnet man diese Datei aber mit dem (oder einem) Text-Editor, sieht man den eigentlichen Link zum Audio-Stream – also die Datei mit dem Editor öffnen.

    Der daraus resultierende Link sieht in etwa wie folgt aus (die Zahlen können abweichen…):

    http://br-mp3-volksmusik.akacast.akamaistream.net/7/984/229379/v1/gnl.akacast.akamaistream.net/br_mp3_volksmusik

    Gibt man nun in den Browser diese Adresse ein (Beispiel mit dem Firefox-Browser!!!), geht wieder ein Fensterchen auf, in dem man gefragt wird, ob man eine mp3-Datei öffnen, oder speichern will – die Datei nicht öffnen, sondern speichern!!!

    Man merke sich den Ort, wo sie (es sind 2 Dateien) gespeichert werden!!!

    Dieser Stream wird nun kontinuierlich heruntergeladen. Der Download darf nun für etwa eine Stunde (gilt für die nachträgliche Sendeschleife der fränkischen Bayern1-Volksmusik) nicht unterbrochen werden.

    Wichtig(!!!) – während des Downloads:

    Man markiere beide Dateien, gehe auf eine mit der rechten Maustaste (Kontextmenü) und setze einen Haken bei „Schreibschutz“ und klicke dann auf „Übernehmen“, dann auf „OK“

    Eine der beiden Dateien bleibt, wenn man mit der rechten Maustaste nach deren Eigenschaften fragt bei 0 Byte; bei der anderen Datei erhöht sich der Wert für die Dateigröße kontinuierlich, während des Downloads (das ist die richtige!). Diese kann übrigens auch schon während des Downloads abgespielt werden!!!

    Nach etwa einer Stunde (wenn der Loop einmal durchgelaufen ist) unterbricht man den Download im Downloadfenster.

    Dabei zeigt sich dann, ob man das mit dem Schreibschutz vergessen hat – dann wäre sie nämlich plötzlich weg…

    Für die Nachbearbeitung verwende ich am liebsten die Freeware Audacity…

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